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Come in Interview verkleinertEhrenamtliche über ihr Engagement im Projekt „Come in”

Anita Klowski (AK) und Friedhelm Biernath (FB) sind zwei von derzeit 25 Patinnen und Paten im Kinder- und Jugendprojekt "Come in".

„Come in“ startete im Frühjahr 2006. Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung zu fördern. Weil es sich in der Hauptsache um Kinder aus Zuwandererfamilien handelt, spielt die Förderung der deutschen Sprache eine besondere Rolle. Durch den Einsatz vieler Freiwilliger ist es möglich, dass zur Zeit knapp 30 Kinder in einer Patenschaft betreut werden. Bei den regelmäßigen Treffen (ein- bis zweimal wöchentlich) unterstützen die Paten “ihr” Patenkind bei den Hausaufgaben und/oder sie verbringen zusammen ihre Freizeit (Spielen, Lesen, Schwimmen...).

FWA-Team: Wie sind Sie auf das Projekt „Come in“ aufmerksam geworden?

FB: Als rüstiger Pensionär suchte ich 2006 eine sinnvolle Beschäftigung mit Kindern. In der Goslarschen Zeitung las ich einen Bericht über das damals neue Patenschaftsprojekt, und dies weckte  sogleich mein Interesse.

AK: In der Sparkasse Goslar traf ich Ende 2007 Frau Bergholz an einem Infostand. Schon einige Zeit war ich auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Beschäftigung; die Informationen und die freundliche Ansprache von Frau Bergholz haben mich interessiert, und so bin ich bis heute mit Freude dabei.

FWA-Team: Warum sind Sie ehrenamtlich tätig?

AK: Wer sich um andere kümmert, wird nicht so schnell alt.

FB: Mir liegt die Integration von Kindern am Herzen. Ich habe Zeit und kann so diesen Kindern ein wenig helfen.

FWA-Team: Wie sieht Ihre „Hilfe“ konkret aus?

FB: Ich betreue derzeit zwei jugendliche Chinesen, jeweils ca. 1 Stunde pro Woche. Zuerst lernen wir Deutsch: Wir lesen, schreiben auch mal ein kleines Diktat oder unterhalten uns. Zum Schluss spielen wir ein wenig.

AK: Ich besuche zweimal in der Woche „meinen“ kleinen Türken. Auch wir lernen Deutsch, oder wir gehen zum Schwimmen, schließlich soll das ‚Seepferdchen' endlich geschafft werden.

FWA-Team: Sind dies Ihre ersten Patenschaften?

AK: Nein. Zuvor hatte ich zwei Mädchen aus Algerien, und zwar Zwillinge. Zu denen habe ich noch heute Kontakt. Immer wieder bedanken sie sich, dass ich ihnen beim Erlernen der deutschen Sprache geholfen habe. Allerdings hatten die beiden Mädchen wenig Kontakt zu gleichaltrigen Deutschen.

(Anmerkung der Redaktion: Nach dem Interview kamen die Zwillinge zufällig an der Freiwilligenagentur vorbei und begrüßten ihre ehemalige Patin mit einer herzlichen Umarmung.)

FB: Ich betreute als erstes einen Jungen aus der Ukraine, der große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte. Wir haben sehr viel gemeinsam geübt. Zu dessen Vater hatte ich auch einen guten Kontakt.

FWA-Team: Was gibt Ihnen diese ehrenamtliche Arbeit?

FB: Ich habe viele nette Menschen unter den Paten kennen gelernt. Die Anerkennung in der Gruppe und auch durch die Eltern der Patenkinder stimmt mich froh und glücklich.

AK: Mir macht es einfach Spaß, meinen Patenkindern zu helfen. Dabei sind die regelmäßigen Patentreffen und der dort stattfindende Gedankenaustausch sehr hilfreich.

FWA-Team: Erleben Sie auch manchmal kleine Enttäuschungen?

FB: Nun ja, ich achte sehr darauf, dass die Jungen pünktlich sind. Es kommt auch mal vor, dass einer gar nicht kommt. Das ist aber eher selten.

AK: Man hat den Fuß noch nicht in der Tür und hört die Frage. Wann gehst du wieder? Oder er vergisst die Schulbücher, denn Auto fahren und Schwimmen macht viel mehr Spaß. Dabei ist dem Jungen einmal Wasser in die Augen gekommen und das brannte schrecklich. Auf die Erklärung, das komme vom Chlorwasser, kam die Antwort: „Igitt Klowasser!“

FWA-Team: Erfahren Sie Dankbarkeit für Ihre Arbeit?

FB: Oh ja! Zu den Eltern des jüngeren Chinesen habe ich einen guten Kontakt und der Vater bedankt sich immer für die Fortschritte seines Sohnes. Auch bei dem jährlichen Sommerfest tischen uns die Eltern Köstlichkeiten ihrer Heimat auf.

AK: Und das jährliche Dankeschön-Essen im Diakonischen Werk mit der anschließenden Stadtführung von Frau Prüssner ist jedes Jahr ein Highlight.

FWA-Team: Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses nette Gespräch.

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